
SDZ Medienhaus
und Café KONRAD

SDZ Medienhaus
und Café KONRAD
New Work
in
alten Mauern
Die Sanierung des ehemaligen "SchwäPo"-Shops ist ein Konversionsprojekt mitten in Aalens Altstadt. Das Ladengeschäft erstreckte sich über drei historische Gebäude, deren bauliche Entwicklung über mehrere Jahrhunderte hinweg von unterschiedlichsten Nutzungen und baulichen Eingriffen geprägt wurde. Jetzt sind dort die Büroräume des SDZ-Verlags, die Redaktion der "Schwäbischen Post" und das Café Konrad beheimatet. Im Gebäude wurde wenig abgerissen und neu gebaut. Vielmehr wurde der Bestand konsequent weiterentwickelt.


Neue Büroräume mitten in der Altstadt
Drei historische Gebäude beherbergen die Büroräume der SDZ Mediengruppe sowie das Café KONRAD.
Zu Interviews lädt die Redaktion gerne über die Dächer der Stadt ein.
Bei der regenerativen Energieerzeugung wurde ein bestandsverträglicher Ansatz gewählt:
Kleinteilige PV-Dachziegel fügen sich in die vielgestaltige, durch Gauben und Loggien geprägte Dachlandschaft ein und wahren die Ensemblewirkung der Aalener Altstadt.



Konzeptioneller Ansatz
Alle drei Gebäude weisen eine Vielzahl baulicher Überformungen auf. Eine klare Unterscheidung zwischen historischer Bausubstanz und späteren Ergänzungen war kaum mehr möglich. Das Entwurfskonzept macht diese bauliche Unschärfe zum gestalterischen Prinzip: Weiterbauen statt Differenzieren.
als
Qualität

Funktionstüchtige Bestandselemente wie der Aufzug wurden erhalten und in das Gesamtkonzept integriert. Die vorgefundene Stahltreppe ins Untergeschoss wurde um 180 Grad gedreht und am ursprünglichen Standort wiedereingebaut. Dieser Umgang mit dem Bestand folgt dem Prinzip konsequenter Ressourcenschonung und generiert zugleich eine bauliche Identität

Konstruktive Vielfalt als gestalterische Qualität
Der Bestand weist sieben unterschiedliche Deckenkonstruktionen und fünf verschiedene Außenwandaufbauten auf – Ausdruck der jeweils eigenen konstruktiven Logik unterschiedlicher Bauepochen. Diese Heterogenität stellte erhöhte Anforderungen an Brandschutz und energetische Ertüchtigung, eröffnete zugleich jedoch gestalterisches Potenzial: Anstelle einer Kaschierung wurde die konstruktive Vielfalt bewusst sichtbar belassen. Massivdecken wurden freigelegt, als Sichtbetondecken erhalten und als thermische Speichermasse in das Energiekonzept eingebunden. Gebäudetechnik und Bauphysik wurden so konzipiert, dass sie mit dem Bestand zusammenwirken, statt gegen ihn zu arbeiten.
statt
Technik

Kernelement des sommerlichen Lüftungskonzepts ist die Nachtauskühlung über den ehemaligen Personenaufzugsschacht. Dieser erfüllte die Anforderungen an eine barrierefreie Erschließung nicht mehr, eignet sich jedoch als thermischer Auftriebskamin: Warme Luft steigt auf, kühle Nachtluft wird nachgeführt.
Als Nebeneffekt der reduzierten technischen Ausstattung entstand eine zusätzlich nutzbare Fläche für die Dachterrasse (siehe oben).
Energiekonzept
Das Energiekonzept basiert auf der konsequenten Nutzung physikalischer Prinzipien. Dieses wird nur an den Stellen durch technische Systeme ergänzt, an denen dies unumgänglich ist.
Eine zentrale Lüftungsanlage schied aufgrund des zusätzlichen Flächenbedarfs sowie der geringen lichten Raumhöhe aus. Stattdessen folgt das Lüftungskonzept dem Jahresverlauf:
- Im Winterbetrieb übernehmen dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung die kontrollierte Frischluftzufuhr – energieeffizient, zugluftfrei und ohne Komforteinbußen.
- Im Sommerbetrieb erfolgt die Belüftung über natürliche Fensterlüftung: Eine gezielte Anordnung der Öffnungsgeometrien ermöglicht Querlüftung und sorgt ohne mechanische Kühlung für ein ausgeglichenes Raumklima.

Arbeits-
welten
Die Grundlage für das Gebäudekonzept des Medienhauses bildet die neue Organisationsstruktur des Unternehmens.
Das Büro ist mehr als ein Arbeitsplatz. Es ist der physische Ort für den persönlichen Austausch und die unternehmensübergreifende kreative Zusammenarbeit in crossfunktionalen Teams. Das Gebäude bietet Offenheit in der Fläche sowie individuelle Frei- und Rückzugsräume.
«Geschäftsführung der SDZ Mediengruppe




Die Obergeschosse folgen dem Prinzip non-territorialen Arbeitens: täglich neu gewählte Plätze, Rückzugsnischen, kleine und große Besprechungsräume - wechselnde Settings, die Begegnung und Konzentration gleichermaßen ermöglichen. Moderne Arbeitswelt in gewachsenem Bestand.
gläserne
Redaktion
Von der Sitztreppe im Erdgeschoss aus ist der Blick in die Redaktion und auf den Liveticker im ersten Obergeschoss möglich. Die redaktionelle Arbeit der Tageszeitung wird dadurch für die Öffentlichkeit sichtbar und nachvollziehbar.
Transparenz – nach innen wie nach außen – prägt das gesamte Gebäudekonzept.


zum
Stadtraum


Transparenz als Programm
Das Erdgeschoss öffnet sich über großformatige Sitzfenster zum Stadtraum und ermöglicht der Bevölkerung auch außerhalb der Öffnungszeiten eine Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Eine großzügige Sitztreppe im Innenraum dient als informelle Veranstaltungsfläche, die sowohl von der Redaktion als auch von Gästen bespielt werden kann. Bei erhöhtem Raumbedarf im Café ist eine räumliche Erweiterung in das angrenzende Servicecenter des Verlags jederzeit möglich; auch Ausstellungsflächen erstrecken sich flexibel über beide Bereiche.

SDZ Medienhaus
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Fertigstellung2025
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StandortAalen
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BauherrschaftSDZGB Immobilien GmbH & Co. KG
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LPH1-8
L/A Team
- Frank Weinschenk, Frederik Neukamm, Hannah Gröner, Thomas Gehring, Kristina Rosental
Fotografie
- Valentin Schmied
Fachplanende
- Energieplanung
Transsolar Energietechnik, München - Vermessung
Dipl.-Ing. Andreas Lingel, Aalen - Statik
IB Andrej Lässig, Abtsgmünd - Bauphysik
IB Barbara Weidlich, Aalen - Elektro
Fritz Planung, Bad Urach - HLS
Jelli & Burkhard, Giengen an der Brenz
Auswahlliste "Alle"




































































