Lokschuppen, Aalen

Unser neues Zuhause!

Mit der Sanierung der alten Industriehalle setzte der Investor den Startschuss für die Revitalisierung des ehemaligen Baustahlgeländes. Das Büro L/A erhielt den Direktauftrag zur Umnutzung des alten Lokschuppens, dessen markanter Charakter erhalten bleiben sollte.
Dank des Ambientes war der charmante Mietermix mit Unternehmen aus dem Kreativbereich, Handel und Gastronomie schnell gefunden - und auch wir sicherten uns schnell unsere Büroflächen!

Doch zunächst zur Ausgangssituation:
Der alte Lokschuppen ist 14 m breit und 70 m lang. Das 6,50 m

hohe Dach wird von einer alten Holzkonstruktion getragen. Auf der Westseite befindet sich eine alte Ziegelsteinfassade. Auf der Ostseite verschiedene Anbauten, die aufgrund der schlechten Bausubstanz abgerissen werden müssen.
Die Halle soll in 6 unterschiedlich große Büro- und Gewerbeeinheiten aufgeteilt und dann vermietet werden.

Um zusätzliche Mietflächen zu gewinnen wurde bewusst auf eine durchgängige 2. Ebene verzichtet. Dadurch wäre der industrielle Charakter des Lokschuppens verloren gegangen. Höhe und Großzügigkeit des ursprünglichen Gebäudes wären nicht mehr erlebbar und die Tragwerkskonstruktion – wenn überhaupt - nur noch teilweise im 1.Stock sichtbar gewesen.


Stattdessen wurden in den einzelnen Lofts neue Zwischendecken aus Beton eingezogen. Die Besonderheit: die neuen Decken liegen auf X-förmigen Stützen und sind nicht mit den alten Bestandswänden verbunden. Auf diese Weise entstanden 2- geschossige Lufträume, die die 6,50 m Raumhöhe – auch in den Randbereichen - weiterhin erlebbar machen. Die alte Kranbahn und die hohen Fenster bleiben so erhalten.

X-förmige Stützen leiten die zusätzlichen Lasten in die alten Wartungsgruben unter den Gleisen ab und sichern die statische Aussteifung der Einbauten und des Bestandes. So konnte auf neue Fundamente verzichtet werden. Die Gruben dienen auch zur

Längsverteilung der Installationen

Die neuen Betondecken haben noch eine weitere Funktion: dank einer Bauteilaktivierung erwärmen sie sowohl als Decken- wie auch als Fußbodenheizung das Gebäude.

Im Lokschuppen bleibt auch nach dem Umbau der alte Bestand ablesbar. Neues setzt sich bewusst vom Alten ab. Alte unverputzte Bestandswände stehen im Kontrast zu neuen Einbauten. Damit die Dimension des Gebäudes auch nach der Aufteilung in 6 Einheiten noch spürbar ist und auch das alte Holztragwerk gebührend zur Geltung kommt setzten die Planer bei den Zwischenwänden zu den anderen Lofts teilweise

Glasscheiben im Dachbereich ein.

Für das Materialkonzept des Umbaus wurden Rohmaterialien ausgewählt, die den industriellen Charakter des Lokschuppens unterstreichen: Die Kücheneinbauten und die Schränke sind aus Holz, die Besprechungsräume aus Glas, die Geländer aus Stahl und der Sanitärbereich aus Sichtbeton.
Auch im Außenbereich wurde das Materialkonzept fortgesetzt:  Lücken im Mauerwerk, die an der Ostfassade durch den Abriss der Anbauten entstanden sind, wurden mit Industrieverglasungen aus Profilit geschlossen. Der Wechsel von transluzenten Glaselementen und geschlossenen Mauerflächen ist besonders abends reizvoll wenn das Gebäude erleuchtet ist.



Erhalten werden konnte vom Bestand außerdem das rote Ziegelmauerwerk an der Westfassade und die großen Öffnungen durch die früher die Lokomotiven in den Schuppen gefahren wurden. Sie wurden mit großen Fensterflächen geschlossen.
Nach der Umnutzung des Lokschuppens mussten auch die dementsprechend neuen Brandschutzbestimmungen eingehalten werden. Drei markante Feuertreppen sichern aus allen Einheiten den Fluchtweg. Da im ursprünglichen Gebäude kein Kellergeschoss zur Verfügung stand, wurde die gesamte Technik in einem Versorgungsturm außerhalb des Lokschuppens platziert.

Fertigstellung
2015