VR Bank, Markgröningen

Gutes Klima!

Die VR Bank Asperg-Markgröningen schrieb 2010 einen Architektenwettbewerb aus: die Hauptgeschäftsstelle, ein Gebäudekomplex aus mehreren alten Baukörpern sollte saniert werden. Die Arge Büro L/A und Irmler GmbH überzeugte beim Wettbewerb mit ihrer nachhaltigen Gebäudekonzeption und dem innovativen Klimakonzept von Transsolar KlimaEngineering und gewann den 1. Preis.

Eine Kosten-Nutzen-Analyse zeigte jedoch schnell, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist als eine Generalsanierung:
Sieben Treppenhäuser, große Verkehrsflächen, eine schlechte Energiebilanz und hohe Instandhaltungskosten beim ehemaligen


Bankgebäude waren u.a. die Gründe in einen Neubau zu investieren. Als Genossenschaft ist die Bank ihren Mitgliedern gegenüber zu nachhaltigem Wirtschaften verpflichtet. Dies sollte sich auch in der Architektur widerspiegeln. 

Die Zahlen sprechen für sich: Dank des innovativen Klimakonzeptes und der nachhaltigen Bauweise liegt der tatsächliche Primärenergieverbrauch des Gebäudes ca. 70% unter der von der EnEV vorgegebenen Richtlinie. Dies erreichen bundesweit nur wenige Gebäude.

Die Grundrisse sind jetzt funktional und mit kurze Wegen organisiert. Dadurch wurden die Flächen - bei gleicher Arbeitsplatzanzahl - erheblich reduziert. Die Fassadenflächen z.B. um ca. 42%. Dies bedeutet erhebliche Kosteneinsparungen in sämtlichen Bereichen (Beleuchtung, Heizung, Reinigung etc.).

Bei der Anordnung der einzelnen Ebenen wurde auf eine optimale Tageslichtausbeute geachtet. Große Fensterflächen und Lichtlamellen lenken das Tageslicht weit ind Gebäude hinein. Das Oberlicht über dem Atrium versorgt den Gebäudekern (in dem sich auch der Kundenbereich befindet) und die Flure mit natürlichem Licht. Der Visuelle Komfort wird erhöht, die Betriebskosten für die Beleuchtung reduziert.

Die Bank liegt an einer vielbefahrenen Straße. Die Belüftung erfolgt deshalb über einen Erdkanal. Die frische Luft, die so ins Gebäude gelangt wird überwiegend auf natürliche Weise und ohne technische Hilfsmittel über einen Solarkamin durch die natürliche Thermik abgeführt. Gebäudebeheizung und Kühlung erfolgen über die aktivierten Stahlbetondecken. Diese werden im Winter mittels einer Wärmepumpe mit Erdwärme gespeist. Im Sommer erfolgt die Einspeisung von ca. 18 Grad kaltem Wasser direkt aus dem Erdreich.

Die extensive Begrünung des Daches schafft einen ökologischen Ausgleich für die bei der Errichtung des Gebäudes versiegelten Flächen. Dabei wirkt sie an kalten Tagen als natürlicher Wärmepuffer und schützt im Sommer den Innenraum zusätzlich vor Aufheizung. Dies trägt nachhaltig zur Verringerung der Kühllasten bei.

Das Betriebsklima hat sich zum Positiven verändert: das Atrium ist zum Kommunikationszentrum geworden. Über mehrere Ebenen hinweg. Die Mitarbeiter sehen sich (und die Kunden) mehr, sie kommunizieren mehr und verbringen mehr Zeit miteinander. Am liebsten in der Kantine im obersten Stock mit schönem Blick über die Altstadt.

Sie können auch selbst Einfluß auf ihr Arbeitsumfeld nehmen (Licht, Luft, Temperatur). Das steigert die Akzeptanz des Gebäudes, die Mitarbeiter fühlen sich wohler, die Produktivität wird gesteigert.

Architektenwettbewerb Baujahr
1. Preis 2013